Wer bin ich?

Geboren wurde ich am 30. Juni 1968 in Köln. Ich hatte eine bemerkenswert schöne, aber auch relativ unspektakuläre Kindheit und Jugend. Ich bin in Deutschland und Amerika zur Schule gegangen und habe nach dem Abitur alles Mögliche ausprobiert. Ich habe Praktika gemacht sowie zwei Lehrstellen (Werbung und Hotel) angetreten und auf Nimmer-Wiedersehen verlassen, in Kneipen, Diskotheken und als Model gejobbt und dadurch jede Menge Lebenserfahrung gesammelt, bevor ich mich schließlich für ein Studium (Germanistik, Geschichte und Anglistik) entschlossen habe, weil ich  Journalistin werden wollte. 1996 habe ich begonnen,  beim Fernsehen zu arbeiten. Ich war Wetterfee und Hobbymeteorologin beim Wetterkanal in Düsseldorf, Reporterin beim WDR (NRW am Mittag), Comedian bei RTL (Freitag Nacht News) und Reisejournalistin beim HR (Nix wie raus). Bei 3sat bin ich heimisch geworden und habe dort von 1999 bis 2008 zwei Sendungen moderiert und redaktionell betreut (neues und nano).

2008 kam mein drittes Kind auf die Welt, weshalb ich meinen Beruf zunächst ruhen lassen wollte. Der Wiedereinstieg ist mir allerdings nicht mehr gelungen, da im Februar 2012 bei meiner damals dreizehnjährigen Tochter aus heiterem Himmel eine akute myeloische Leukämie (AML) diagnostiziert wurde. Seitdem versuche ich, weder ihren noch meinen Verstand zu verlieren, wobei mir unter anderem mein Blog Frenzy-Girl (http://frenzy-girl.blogspot.de) geholfen hat, aus dem ich hier auch teilweise Auszüge veröffentliche. Allerdings möchte ich meinen Fokus nicht mehr ausschließlich auf die Erkrankung legen, sondern zunehmend auch wieder auf die schönen Dinge im Leben blicken und mein Spektrum als Journalistin und Autorin erweitern.

Meine Liebe gehört neben meinen Kindern und dem Mann meines Herzens der Literatur und Filmen jeglicher Couleur, dem Schreiben und den Themen Lifestyle und Fashion. Letzteres ist in den vergangenen Jahren allerdings definitiv zu kurz gekommen. Obwohl sowohl mein Kleider- als auch mein Schuhschrank beides Orte der schier unbegrenzten Möglichkeiten sein könnten, bieten sich mir im täglichen Leben nicht ausreichend Gelegenheiten, das meiner direkten Umwelt überzeugend zu demonstrieren.

Instagram-Fashion-Bloggerin müsste man sein. Wenn ich mir morgens die Beiträge der Fashionistas anschaue, denen ich folge, bekomme ich immer ganz weiche Knie und denke mir: „Das will ich auch“! Ich möchte auch aufstehen, mich in hohe Hacken, coole Jeans und florale Bomberjacke werfen, das Gucci-Dionysus-Täschchen umhängen und als Fashion Ikone das Haus verlassen. Aber dann holt mich die Realität ein – und in der wohne ich weder in New York, noch in London oder Paris, sondern im Taunus. Da reagieren die meisten Bewohner misstrauisch, wenn man allzu chic oder stylisch durch die Gegend läuft. Zweitens bin ich nicht Anfang zwanzig und tauge daher nur bedingt als Kleiderständer, an dem praktisch alles gut aussieht. Und drittens habe ich überhaupt nicht die Energie, mich achtundzwanzigmal am Tag umzuziehen und dabei fotografieren zu lassen (by the way: von wem auch?) Insofern gibt es ein paar Dinge, die meiner Karriere als  Instagram-Ikone durchaus im Wege stehen.

Andererseits: Na und? Mein Leben mag sich mehr im Krankenhaus und auf Elternsprechtagen abspielen, aber gut aussehen möchte ich dabei trotzdem. Ich muss mich ja nicht im Bikini präsentieren. Und was spricht dagegen, darüber nachzudenken, wie man auf all den fünfzigsten Geburtstagen, zu denen man jetzt eingeladen wird, trotzdem noch fabelhaft aussieht und sich vor allem so fühlt? Und wenn das Einzige, was dünner wird, die Kopfbehaarung ist, dann gibt es statt Strand-Selfies eben Hut- oder Mützenselfies. Oder Shampoo-Tipps. Oder eben dünne Haare. Und es muss ja auch kein Instagram Account als Street-Style-Ikone sein, sondern ein Blog mit Fotos und Beiträgen, die unterhalten und inspirieren sollen und einen mehr oder weniger humorvollen Blick auf das Leben als Frau an der Schwelle zur Fünfzig werfen.