Inseln der Glückseligkeit

Mittwoch, 15. Mai 2013

Als ich heute morgen beim Verzehr meines Detox-Saftes eigentlich endlich mal einen längeren Blick in mein kürzlich erstandenes Buch The Happiness Project werfen wollte, wurde mir klar, dass ich eigentlich ein lebender Widerspruch bin. Ich wäre so gerne happy, aber erlaube mir zum Frühstück statt eines schönen Käsebrotes nur einen Selleriesaft? Wie bescheuert ist das denn bitte? Ist ein Leben ohne Kohlenhydrate wirklich schön? Macht es einen glücklich, auf Nudeln, Reis und Pasta, auf Brot und Kuchen und lauter andere herrliche Sachen zu verzichten? Diese Frage habe ich mir schon des Öfteren gestellt und kann sie mittlerweile folgendermaßen beantworten:  Ja – aber leider nur drei Tage lang. Danach geht es bergab mit der guten Laune, die sich anfänglich noch einstellt, wenn der Hosenbund nicht mehr ganz so arg kneift.
Nachdem ich mich auf den Fotos von Lenas Konfirmation vor einer Woche ausgiebig von vorne, hinten und auch von der Seite bewundern konnte, war ich erstmal hoch motiviert, mich einem Ernährungsdiktat in Hollywood-Manier zu unterwerfen, aber wie so viele andere Dinge in meinem Leben ist auch dieses Projekt an meiner mangelnden Disziplin und Leidensfähigkeit gescheitert. Wenn ich nur an meine Yoga-Krähe denke… Autsch!!! Auch meine anfängliche Begeisterung für die Sport-App Runtastic hat stark nachgelassen. Laufen ist so anstrengend… Und wenn es danach noch nicht mal was vernünftiges zu essen gibt, macht das Ganze einfach keinen Spaß. Ich bin nämlich allem Krankheitsstress zum Trotz ein Mitglied der spaßorientierten Gesellschaft. Wenn schon so viel Trauriges und Schwieriges einen Großteil des Alltags dominiert, dann will ich mich in meiner spärlich bemessenen „Frei“-Zeit wenigstens ein bisschen amüsieren. Dazu gehören gutes Essen und guter Wein und Qualitytime mit Freunden. Hin und wieder rauche ich sogar heimlich eine Zigarette, aber da das eben total heimlich geschieht, gehört es hier eigentlich gar nicht hin…
Was einen ausfüllt und zufrieden macht, ist natürlich eine komplett subjektive Angelegenheit. Der eine ist total happy, wenn er jeden Tag zehn Kilometer joggen und danach ein Dinkelmüsli (Achtung: Kohlenhydrate!!!) essen kann, der andere erlebt nur bei Currywurst mit Doppelschaschlik die totale Glücksseligkeit. Manche Frauen lieben Handtaschen, andere Schuhe, manche leider auch beides. Der eine liebt Opern, der andere das Theater, der eine liest nur Schopenhauer, der andere Krimis. Das sind alles Dinge, mit denen man sich den Alltag schöner gestalten kann. Aber wie wird man wirklich, richtig und echt glücklich? Ich stelle mir diese Frage praktisch jeden Tag. Bin ich tatsächlich glücklicher, wenn ich drei Kilo weniger wiege? Wahrscheinlich nicht. Ich fühle mich bestensfalls wohler, aber das ist es dann auch schon. Und natürlich macht es mich glücklich, wenn ich sehe, dass es Lena gut geht und ihre Blutwerte keinen Anlass zur Sorge geben. Aber das ist ein Glücklichsein, das aus der Angst geboren ist und deshalb entspricht es eigentlich eher einem Gefühl der Erleichterung.
Wirklich glücklich bin ich, wenn ich sehe, dass Lena glücklich ist, weil sie wieder ein einigermaßen normales Leben führen kann und ein paar tolle Freundinnen gefunden hat. Denn das ist so wichtig, auch für mich. Gestern Abend kam meine wunderbare Freundin Eva spontan vorbei und es war ein herrlicher Abend, der mich sehr glücklich gemacht hat. Glücklich war ich auch an den letzten beiden Wochenenden, als ich meine BFFs Daphne, Olivia, Arabella und Simone gesehen habe. Insofern kann ich eines schon mal sicher sagen: Mich machen meine Freundschaften glücklich und sie bedeuten mir so viel, dass ich dadurch Schwieriges oft viel besser aushalten kann. Also muss ich mich in Zukunft noch mehr auf die Pflege dieser Freundschaften konzentrieren, was nicht immer ganz leicht ist, wenn man nicht Tür an Tür wohnt und jeder so viele andere Dinge hat, um die er sich auch noch kümmern muss. Aber es steht ganz oben auf meiner Prioritätenliste, die ich jetzt mal anlegen werde.
Was könnte ich noch auf eine solche Liste schreiben?
1. Pflege wichtiger Freundschaften
2. Wiederbelebung und Fortführung meines Blogs. Vielleicht wird dann eines Tages doch noch ein Buch daraus, denn das – da bin ich mir hundertprozentig sicher – würde mich wirklich glücklich machen.
Selbstverständlich macht es mich glücklich, wenn ich sehe, dass es meinen Kindern gut geht und ich sie dabei beobachten kann, wie sie jeden Tag wachsen und sich weiter entwickeln. Aber das ist irgendwie so klar, dass ich es nicht extra aufschreiben muss. Ein bisschen mehr Geduld meinerseits wäre aber sicher noch eine Verbesserung. Deshalb kommt das als dritter Punkt auf meine Liste:
3. Crashkurs in Sachen Gelassenheit – mir selbst, aber auch meinen Mitmenschen gegenüber. (Die Frage ist nur, wie und wo und ob man so etwas überhaupt lernen kann.)
Mein ganz persönliches, kleines Happiness Project… hoffentlich klappt es!

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